Absentismus: Wenn Kinder der Schule fernbleiben

Die meisten Kinder gehen gerne zur Schule – sie treffen ihre Freunde und lernen Neues. Bei einzelnen Kindern verändert sich das jedoch: Fehltage häufen sich, zunächst unauffällig, dann immer öfter. Fachleute sprechen von Schulabsentismus. Was das bedeutet und weshalb sich frühzeitiges Hinschauen lohnt, erklären wir hier.

Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat die Entwicklung der Schulabsenzen geprüft und im Januar 2026 einen Bericht veröffentlicht: Der Anteil entschuldigter Absenzen stieg von 1,4 Prozent (2019/20) auf 3,6 Prozent (2023/24), der Anteil unentschuldigter Absenzen von 0,04 auf 0,12 Prozent. Auch schweizweit beobachtet der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) ein wachsendes Phänomen, das zunehmend auch jüngere Kinder betrifft.

Warum Kinder nicht zur Schule wollen

Unter Schulabsentismus versteht man häufiges Fehlen, das nicht mit einer körperlichen Krankheit, sondern mit erheblichem Widerstand gegen den Unterrichtsbesuch verbunden ist. Die Gründe sind vielfältig: gesundheitliche oder psychische Belastungen, familiäre Schwierigkeiten, Konflikte, Mobbing oder Motivationsprobleme. Der Fachpsychologe Stephan Kälin von der Schweizerischen Vereinigung für Kinder- und Jugendspsychologie SKJP betonte anlässlich einer Medienkonferenz zum Thema, dass hinter den verschiedenen Gründen stets eine Angst stecke.

Früh erkennen: die 3-6-Regel

Ein erschwerender Punkt ist, dass sich Schulabsentismus bereits nach vier bis acht Wochen verfestigen kann. Deshalb gilt in der Fachwelt eine einfache Regel: Nach drei scheinbar unabhängigen Absenzen innerhalb von sechs Schulwochen sollen Schule und Eltern das Gespräch suchen und erste Abklärungen treffen.

Dies macht die Primarstufe Liestal

In Liestal gibt es bisher keinen Grund zur Beunruhigung. Schulabsentismus betrifft nur einzelne Kinder, auch wenn die Tendenz zunimmt. Wir bleiben aufmerksam: Die Klassenlehrpersonen erfassen alle Absenzen systematisch, damit wir frühzeitig reagieren können. Zugleich ist uns wichtig, dass die Kinder die Schule als geschützten Raum erleben, in dem sie sich auch mit ihren Sorgen und Ängsten gut aufgehoben und verstanden fühlen.

Gemeinsam aus der Situation finden

Auch Sie als Erziehungsberechtigte können unterstützen: Suchen Sie das Gespräch, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind die Schule meiden könnte. Je früher alle miteinander sprechen, desto leichter lässt sich gegensteuern. Klassenlehrperson, Schulleitung, Schulsozialarbeit oder der schulpsychologische Dienst stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

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